Ernährung
01.08.2020, Ernährungstipp
Salat “to go” und Obst “fresh cut”
Ob Halbfertigsalat, Obststücke, Wrap oder Sandwich – alle Produkte sind roh und für den sofortigen Verzehr zubereitet. Bei nicht erhitzten Lebensmitteln findet während der Herstellung keine aktive Abtötung von Mikroorganismen statt. Schnittflächen und das feuchte Klima in den Plastikverpackungen fördern zudem das Bakterienwachstum.
© monticellllo - stock.adobe.comMindesthaltbarkeitsdatum (MHD) kontrollieren
Laut Lebensmittelinformationsverordnung steht auf vorverpackten Lebensmitteln immer ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bzw. Verbrauchsdatum. Bei vorgeschnittenem Obst gibt es eine Grauzone: Solche Lebensmittel, die „im Hinblick auf ihren unmittelbaren Verkauf vorverpackt werden‘ sind von einer MHD-Angabe entbunden. Deshalb unser Tipp: Nur Produkte mit einer Angabe des Verbrauchsdatums kaufen. Meist sind industriell produzierte fresh cut Produkte 3 – 4 Tage haltbar. Dieses Datum sollte jedoch nicht ausgereizt sein, also das Produkt möglichst frisch einkaufen und verzehren.
Ebenfalls wichtig: Nur Produkte aus dem Kühlregal wählen und diese nach dem Kauf auch weiter gekühlt bei max. 7 Grad Celsius lagern. Nicht stundenlang auf dem Schreibtisch stehen lassen!
Sichtkontrolle lohnt sich
Schauen Sie sich die Packung vor dem Kauf genau an: Es sollten keine braunen Stellen oder angetrocknete Stücke bzw. welke Blätter zu erkennen sein. Viel Fruchtwasser am Behälterboden ist auch ein Zeichen von längerer Lagerung. Aber auch undichte Schutzfolien, aus denen es tropft, sind ein Mangel und weisen auf eine verkürzte Haltbarkeit hin. Achtung: Gewölbte Deckelfolien bedeuten fortgeschrittene Gärung und deshalb Verderb.
Erhöhte Vorsicht bei bestimmten Personen:
Besonders vorsichtig sollten Schwangere/Stillende, Kleinkinder und immungeschwächte bzw. alte oder kranke Personen mit dem Verzehr roher Fertigprodukte sein. So warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung z.B. vor aufgeschnittenen, nicht gekühlten Melonen, da diese säurearmen Früchte ein günstiges Substrat für Bakterien darstellen. Vor allem die für Schwangere gefährlichen Listerien vermehren sich selbst bei Kühlschranktemperaturen.
Empfindliche Vitamine
Um Vitaminverluste möglichst gering zu halten, ist es auch hier wichtig, die ungeöffnete Verpackung durchgängig kühl und lichtgeschützt zu lagern. Sonst reduzieren sich in erster Linie die Gehalte an Vitamin C und manchen B-Vitaminen wie Folat.
Zusatzstoffe – oft geht´s nicht ohne
In einigen Mischsalaten und Wraps sollen Konservierungsstoffe das Wachstum von Bakterien, Hefen oder Schimmelpilzen einschränken. In Obstsalaten finden sich häufig Ascorbinsäure (synthetisch erzeugtes Vitamin C) als Antioxidans oder künstliche Säuerungsmittel wie Zitronensäure. Auch verschiedene Verdickungsmittel und Emulgatoren kommen häufig zum Einsatz. Empfindliche Personen sollten einen genauen Blick auf die Zutatenliste werfen.
Verpackung: spezieller Schutz
Hersteller verpacken gemischte Fertigsalate und Obstsalate zum Teil unter Schutzatmosphäre. Das heißt, aus der Produktverpackung wird vor dem Versiegeln die normale Luft abgesaugt und durch ein spezielles Gemisch aus Sauerstoff, Kohlendioxid und Stickstoff ersetzt. Damit verlangsamen sich die natürlichen Abbauvorgänge. Dieser Vorgang ist kennzeichnungspflichtig, z.B. mit der Angabe „unter Schutzatmosphäre verpackt“. Sobald geöffnet, ist die Schutzwirkung vorbei.
Alternativen und Tipps
- Selbst zubereiten spart Geld, Plastik, Zusatzstoffe und bedeutet Frische.
- Schichtsalate, Wraps oder belegte Brote am Abend zubereiten, in Schraubgläsern oder Dosen verschlossen im Kühlschrank lagern und morgens mit zur Arbeit nehmen. Dort auch kühlen.
- Blattsalate und Marinade getrennt lagern. Nach dem Mischen gleich essen.
- Obststücke mit Zitronensaft beträufeln (verzögert Bakterienwachstum und Oxidation), kühl stellen und spätestens am nächsten Tag essen.
- Frisch abgepackte Fertigsalate und Obststücke nur aus dem Kühlregal kaufen, MHD kontrollieren, im Sommer evtl. in einer Kühlbox transportieren, weiterkühlen bzw. zügig verzehren.
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